Das Müllprojekt
deen

Sonja Windmüller

Lesen im Müll: Abfall – Kultur – Wissenschaft
Vortrag am 3. Juni, 19:00

Künstlerinnen und Künstler, aber auch Kulturwissenschaftlerinnen und Kulturwissenschaftler entwickelten früh ein neugieriges Interesse am Müll. Dieser wurde immer auch als Zeichen, als Ausdruck gesellschaftlicher Verfasstheiten, Stimmungen und Mentalitäten sowie kollektiver Wert- und Unwertvorstellungen gesehen und gedeutet. Der Vortrag greift diese Beobachtung auf und beschäftigt sich mit folgenden Fragen: Was macht Abfall als Gegenstand der Kulturanalyse aus? Wie sehen kulturwissenschaftliche Annäherungen an Praktiken des Wegwerfens und der »Entsorgung« aus? Welche Erwartungshaltungen sind an den Abfall als Quelle geknüpft? Wie kann Kulturwissenschaft als Abfallwissenschaft (und vice versa) aussehen? Die Überlegungen gehen aus der langjährigen empirischen wie theoretischen Beschäftigung der Vortragenden mit Müll, Abfall, Wegwerfen hervor.

„Abfall ist ein drängendes Problem moderner Gesellschaften – und zugleich ein ebenso ergiebiges wie faszinierendes Untersuchungsfeld kulturwissenschaftlicher Forschung.“

Sonja Windmüller — Hamburg

ist promovierte Volkskundlerin/Kulturanthropologin in Hamburg. Sie studierte Europäische Ethnologie/Volkskunde und Germanistik in Marburg und Wien und wurde 2002 mit einer Arbeit über Müll und Müllbeseitigungstechnik Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts promoviert („Die Kehrseite der Dinge. Müll, Abfall, Wegwerfen als kulturwissenschaftliches Problem“, 2004). Seitdem arbeitete sie an verschiedenen Universitäten sowie als freiberufliche Kulturwissenschaftlerin und publizierte zu unterschiedlichen Themen – immer wieder auch zum Müll. In ihrem aktuellen Forschungsprojekt beschäftigt sie sich mit Rhythmusvorstellungen und Praktiken des Rhythmischen in der Ökonomik.


www.windmueller-s.de